Wie schaffen wir es, religiöser Diskriminierung in den Flüchtlingsunterkünften besser entgegenzuwirken? Mit dieser Frage beschäftige ich mich zurzeit intensiv. Die Münchner Kirchennachrichten haben dazu einen Gastbeitrag von mir veröffenticht. Dort fordere ich, dass die Betreiber der Unterkünfte bestimmte Mindeststandards einhalten müssen, um Minderheiten, wie Christen, besser zu schützen.

Nach Veröffentlichung der Studie seitens der christlichen Organisation "Open Doors" haben sowohl die WELT als auch das christliche Medienmagazin pro meine Position aufgegriffen. Beide schreiben, dass wir die Studie durchaus ernst nehmen und bereits Maßnahmen zum besseren Schutz christlicher Minderheiten in die Wege geleitet haben. Wir nehmen die Situation jedoch differenzierter wahr, als uns dies die Studie glaubhaft machen möchte und sind nach wie vor gegen eine Trennung der Flüchtlinge nach ihrer Religion.  

In besonderen Härtefällen sollten Opfer von Diskriminierung und Gewalt in anderen Flüchtlingsunterkünften unterkommen. Das habe ich in einem Brief an die Vorsitzenden der CDU und CSU-Fraktionen in den Landtagen geschrieben. Das katholische Onlinemagazin Kath.net hat diese Forderung in einem Bericht aufgegriffen.

Das Fachgespräch der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zur Religionsfreiheit und zur Lage von Christen in deutschen Flüchtlingsunterkünften am 11. April in Berlin rief ein großes Medienecho hervor.  

Wie die Medien die konstruktive Debatte wahrgenommen haben, lesen Sie im christlichen Magazin Pro, auf Domradio.de oder auf der Seite Jesus.de.

Im Anschluss forderte ich die Bundesländer auf, es in besonderen Härtefällen möglich zu machen, dass die Betroffenen von Übergriffen und Mobbing in einem anderen Heim unterkommen können. Diese Forderung wurde sofort von der katholischen (KNA), wie auch der evangelischen Nachrichtenagentur (EPD) aufgegriffen.

Die Situation religiöser Minderheiten in deutschen Flüchtlingsheimen beschäftigt mich seit Monaten. Am 14. März habe ich mich erneut mit Pfarrer Dr. Martens von der Dreieinigkeitsgemeinde in Berlin und christlichen Flüchtlingen in der Konrad-Adenauer-Stiftung getroffen. Nach wie vor scheint mir die Lage in Deutschland nicht eindeutig. Während Pfarrer Martens von massiven Übergriffen auf Christen berichtet, konnten Träger der evangelischen und katholischen Kirche keine vergleichbaren Vorfälle in ihren Unterkünften feststellen. Eine generelle Trennung halte ich deshalb momentan für die falsche Lösung. Sie verschiebt Konflikte nur in die Zukunft, löst sie aber nicht. Das katholische Internetmagazin Kath.net berichtet ausführlicher über meine Haltung zu diesem Thema. 

In der März-Ausgabe des evangelischen Magazins "Idea Spektrum" findet sich ein kurzer Bericht über die vergangene Sitzung des Stephanuskreises. Wir hatten uns Ende Februar mit Vertretern verschiedener Kirchen zusammengefunden, um den Vorwürfen auf den Grund zu gehen, christliche Flüchtlinge würden von einigen muslimischen Mitbewohnern diskriminiert. In dem Bericht steht, dass ich einen besseren Schutz für Christen fordere. In dem Gespräch mit den Kirchenvertretern ist mir aber auch deutlich geworden, dass die Situation der wenigen Christen unter den Flüchtlingen, trotz der bekanntgewordenen Vorfälle, keineswegs eindeutig festzustellen ist. Während es in einigen Heimen wohl vermehrt zu schweren Übergriffen gekommen ist, leben Christen in anderen Unterkünften anscheinend völlig unbehelligt von ihren andersgläubigen Mitbewohnern. Ich empfehle deshalb, neben dem kurzen Idea-Beitrag auch meine ausführlichere Pressemeldung zu lesen.