"Ich fürchte, dass Ihre Maßnahme nicht den von Ihnen erhofften Erfolg bringt – nicht das Christentum, sondern Gewalt und Terrorismus werden dadurch gestärkt. Deshalb darf ich Sie dringend bitten: Revidieren Sie diese Entscheidung, im Sinne der Religionsfreiheit und im Sinne des friedlichen Zusammenlebens der Völker.“ Diese Worte habe ich in einem Brief an den US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump gerichtet. Der von ihm verhängte Einreisestop für Staatsangehörige aus bestimmten, mehrheitlich muslimischen, Ländern und die geplante explizite Bevorteilung von christlichen Flüchtlingen widersprechen meiner Ansicht nach dem Recht auf Religionsfreiheit.

Lesen Sie einen Auszug aus meinem Brief in dieser Pressemitteilung

Mit einer Kundgebung in Nürnberg wollen christliche Gemeinden und Verbände an diesem Samstag, den 14. Januar 2017, auf die Verfolgung von Christen weltweit aufmerksam machen. Die Situation für viele Christen auf der ganzen Welt hat sich in den vergangenen Jahren leider nicht zum Besseren entwickelt. Ohne die Unterstützung aus der Bevölkerung hätte das Wort von uns Politikern auf internationalem Parkett weniger Gewicht. Die breite öffentliche Empörung ist die wirkungsvollste Waffe im Kampf für die Menschenrechte. Wer allerdings meint, ein Freiheitsrecht ließe sich durch Zwang etablieren, der irrt - es ist immer auch ein Lernprozess, der auf Dialog angewiesen ist. Deshalb wünsche ich mir von den Christen, die in vielen Ländern dieser Welt für die Religionsfreiheit kämpfen: Geht mit dem nötigen Fingerspitzengefühl vor. Lasst die Menschen verstehen, dass die freie Wahl der Religion und Weltanschauung keine Gefahr darstellt, sondern ein Gewinn für alle ist. Und macht deutlich, dass Ihr als Christen mit dem Eintreten für Eure Rechte nicht nur für Euch selbst kämpft, sondern für alle religiösen Minderheiten in Eurer Gesellschaft.

Lesen Sie hier meine Pressemitteilung dazu.

Das christliche Hilfswerk evangelikaler Prägung, Open Doors, hat an diesem Mittwoch ihren jährlichen Bericht über die Christenverfolgung in aller Welt abgegeben. Ihrer Darstellung nach hat die Bedrohung durch Islamisten besonders im Mittleren Osten und in Afrika zugenommen. Das ist nicht hinzunehmen. Religionsfreiheit muss auch in muslimisch geprägten Ländern für alle gewährleistet sein. Dennoch warne ich davor, den Islam in Gänze für die Zunahme von islamistischen Terrortaten verantwortlich zu machen. Und auch in nicht-muslimischen Ländern gibt der Weltverfolgungsindex Anlass zur Sorge. Lesen Sie hierzu mein Pressestatement als Vorsitzender des Stephanuskreises.

Zum Gedenken an die verfolgten Christen in aller Welt hat die Katholische Kirche den Stephanustag gewählt, den 26. Dezember. Aus diesem Anlass wird in den katholischen Gottesdiensten häufig eine Fürbitte gebetet. Das ist gut, aber das reicht nicht. Wir müssen das Thema laut ansprechen, den Verfolgten eine Stimme geben – und zwar nicht nur am zweiten Weihnachtsfeiertag, sondern immer wieder. Es ist für unsere Glaubensschwestern und -brüder wichtig zu wissen, dass wir sie nicht vergessen haben. Gleichzeitig weisen wir so die Feinde der Religionsfreiheit in die Schranken und zeigen, dass wir nicht bereit sind, Einschränkungen dieses Menschenrechtes hinzunehmen.

Während wir in Deutschland Weihnachten feiern, kämpfen Christen, Jesiden und Muslime in Syrien und im Irak ums nackte Überleben, die „Wiege des Christentums“ droht ausgelöscht zu werden. In Ägypten wurden erst vor wenigen Tagen Christen bei einem Anschlag auf eine Kirche getötet. In der Türkei nimmt der staatliche Druck auf religiöse Minderheiten zu; die einzige christliche Oberbürgermeisterin dort wurde des Amtes enthoben. In vielen Fällen wird subtiler vorgegangen: So wurde in Indien der 25. Dezember– zufällig auch der Geburtstag eines ehemaligen Premierministers – als ‚Good Governance Day‘ ausgerufen und damit ein christlicher Feiertag entwertet. Gegen solche Bestrebungen müssen wir die Stimme erheben. Als Vorsitzender des Stephanuskreises tue ich das regelmäßig, anlässlich des Stephanustages mit Hilfe einer Pressemitteilung

Christliche Hilfs- und Menschenrechtsorganisationen haben am heutigen Montag erneut eine Befragung von Opfern religiös motivierter Übergriffe in deutschen Flüchtlingsheimen vorgestellt. Darunter sind nach Angaben der Organisationen 743 Christen und Jesiden, die angeben, in den Notunterkünften aus religiösen Gründen angegriffen worden zu sein. Dazu sagen der kirchen- und religionspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Franz Josef Jung, und ich als Vorsitzender des Stephanuskreises: „Wer Christen und religiöse Minderheiten in Flüchtlingsunterkünften angreift, hat seine Zukunft bei uns in Deutschland verwirkt und muss gehen!" Wer aber aus einer Liste ungeprüfter Vorwürfe sofort Tatsachen macht, handelt verantwortungslos. Deshalb müssen immer alle Beteiligten eines Vorfalls befragt werden. Wichtig ist die Sensibilisierung in den Ländern und Kommunen für dieses Thema. Lesen Sie hier unsere gesamte Pressemitteilung dazu.

Seit kurzer Zeit hat die neu eingerichtete Ombudsstelle für Flüchtlinge in Köln ihre Arbeit aufgenommen. Ich glaube: Die einzigartige Einrichtung könnte als Vorbild für eine vergleichbare, bundesweite Ombudsstelle dienen. Vorwürfe wie religiöse Diskriminierung durch andere Flüchtlinge, aber auch sexuelle Übergriffe oder anderweitige Verletzungen der Menschenwürde müssen neutral aufgegriffen werden, um die Fakten offenzulegen, Gerüchten vorzubeugen und möglicherweise auch juristische Schritte einleiten zu können.

Meine Pressemitteilung zu dem Thema lesen Sie hier.