Der aktuelle Bericht des christlichen Hilfswerks Open Doors offenbart, dass die Situation vieler Christen auch im vergangenen Jahr beklagenswert schlecht geblieben ist. Weil sie ihren Glauben offen ausleben wollen, müssen Christen unter anderem in Afghanistan, China, Nepal oder Indien Angst haben vor Hass und Gewalt – seitens der Regierung, der Gesellschaft oder gar der eigenen Familie. Der Stephanuskreis setzt sich für diese Menschen ein und gibt ihnen im Deutschen Bundestag eine Stimme. 

Lesen Sie hier meine Pressemitteilung zum aktuellen Weltverfolgungsindex.

Am zweiten Weihnachtsfeiertag gedenkt die Katholische Kirche in einem weltweiten Gebetstag der verfolgten und bedrängten Christen. Als Vorsitzender des Stephanuskreises der CDU/CSU-Bundestagsfraktion bin ich der Meinung: Das Thema der Christenverfolgung verdient mehr Öffentlichkeit! Das gesamte Presse-Statement lesen Sie in dieser Pressemitteilung.

Professor Thomas Sternberg vermag es, sich immer wieder sachlich und klug in die gesellschaftlichen Debatten einzumischen. Er macht die katholische Kirche dadurch öffentlich sichtbar und hörbar, was ich in den vergangenen Jahren stets begrüßt habe. Ich gratuliere ihm deshalb sehr zu seiner Wiederwahl als Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Zu seinen Verdiensten gehört es, dass er in seinem Engagement für die Katholiken in Deutschland Andersgläubige nicht außen vor lässt. Das macht ihn innerhalb unserer Gesellschaft zu einem wertvollen Mittler über die religiösen Grenzen hinweg und zu einem angesehenen Ansprechpartner für des Stephanuskreis, der sich in aller Welt für die Religionsfreiheit einsetzt und dabei stets den Fokus auf die Situation der Christen legt.

Wie kürzlich bekannt geworden, hat es einen gewaltsamen Übergriff in Berlin Neukölln auf einen Mann gegeben. Wie es heißt, sei der Auslöser ein Kreuz gewesen, welches der Mann um den Hals getragen haben soll.

Ob das Motiv der Gewalttat in Berlin Neukölln christenfeindlich war, muss dringend geklärt werden! Ich sage es ganz deutlich: Jeder muss in unserem Land mit einem Kreuz um den Hals auf die Straße gehen können und niemand sollte dabei Angst haben müssen! Auch der Wechsel vom muslimischen zum christlichen Glauben ist hierzulande erlaubt; ein Menschenrecht, das wir schützen. Wer das nicht kapiert, muss hart bestraft werden.

Allerdings beobachten wir schon seit Monaten, dass sich viele iranische und afghanische Flüchtlinge christlich taufen lassen. Das ist ihr gutes Recht. Das Problem ist nur, dass genau diese Konvertierungen unter den Geflüchteten zu Spannungen führen - unter anderem auch, weil muslimische Flüchtlinge fürchten, dass die neu getauften Christen eher Asyl bekämen. Für mich ist dabei klar: Welchen Glauben jemand hat oder annimmt, ist eine höchstpersönliche Entscheidung, die ein Außenstehender nicht kontrollieren kann. Umgekehrt gilt aber auch: Das Verfahren zur Gewährung von Asyl oder zur Anerkennung als Flüchtling ist ein staatliches Verfahren, das nicht in der Hand der Kirchen liegt. Wir müssen hier insgesamt dringend bessere Aufklärungsarbeit leisten. Ich sehe die Verantwortung da auch bei den Kirchen, die die Menschen taufen.

Die Anschläge auf Kopten sind feige Taten gegen die Menschlichkeit! Das haben der Kirchen- und religionspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Franz Josef Jung, und ich in unserer aktuellen Pressemitteilung deutlich gemacht. Diese fürchterlichen Anschlägen in der heiligen Woche vor Ostern zeigen einmal mehr, wie sehr das Recht auf Religionsfreiheit weltweit bedroht ist. Wir stehen fest an der Seite unserer Glaubensbrüder und -schwestern, die in diesen Tagen nicht ohne Angst in eine Kirche gehen können und sich nicht trauen, ihre Freude über die Auferstehung Jesu Christi auf offener Straße zu zeigen.

Im Namen des gesamten Stephanuskreises der CDU/CSU-Bundestagsfraktion verurteile ich den tödlichen Anschlag auf koptische Christen in Ägypten auf das Schärfste. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer und selbstverständlich auch bei allen, die dieser Anschlag noch tiefer in Angst und Schrecken versetzt hat. In Deutschland warten einige Kopten bisher vergeblich auf Asyl. Dieser Anschlag zeigt mir, dass deren Anträge noch einmal genauer geprüft werden müssten. Bisher habe ich von vielen Seiten die Information, dass sich die Lage für religiöse Minderheiten in Ägypten in den vergangenen Jahren durchaus entspannt hatte. Aber mich erreichen zuletzt auch anders lautende Meldungen, die wir im Stephanuskreis genauer prüfen. Von wahrer Religionsfreiheit kann für die Christen vor Ort unter diesen Voraussetzung wirklich keine Rede sein!