Zum Gedenken an die verfolgten Christen in aller Welt hat die Katholische Kirche den Stephanustag gewählt, den 26. Dezember. Aus diesem Anlass wird in den katholischen Gottesdiensten häufig eine Fürbitte gebetet. Das ist gut, aber das reicht nicht. Wir müssen das Thema laut ansprechen, den Verfolgten eine Stimme geben – und zwar nicht nur am zweiten Weihnachtsfeiertag, sondern immer wieder. Es ist für unsere Glaubensschwestern und -brüder wichtig zu wissen, dass wir sie nicht vergessen haben. Gleichzeitig weisen wir so die Feinde der Religionsfreiheit in die Schranken und zeigen, dass wir nicht bereit sind, Einschränkungen dieses Menschenrechtes hinzunehmen.

Während wir in Deutschland Weihnachten feiern, kämpfen Christen, Jesiden und Muslime in Syrien und im Irak ums nackte Überleben, die „Wiege des Christentums“ droht ausgelöscht zu werden. In Ägypten wurden erst vor wenigen Tagen Christen bei einem Anschlag auf eine Kirche getötet. In der Türkei nimmt der staatliche Druck auf religiöse Minderheiten zu; die einzige christliche Oberbürgermeisterin dort wurde des Amtes enthoben. In vielen Fällen wird subtiler vorgegangen: So wurde in Indien der 25. Dezember– zufällig auch der Geburtstag eines ehemaligen Premierministers – als ‚Good Governance Day‘ ausgerufen und damit ein christlicher Feiertag entwertet. Gegen solche Bestrebungen müssen wir die Stimme erheben. Als Vorsitzender des Stephanuskreises tue ich das regelmäßig, anlässlich des Stephanustages mit Hilfe einer Pressemitteilung