Wie kürzlich bekannt geworden, hat es einen gewaltsamen Übergriff in Berlin Neukölln auf einen Mann gegeben. Wie es heißt, sei der Auslöser ein Kreuz gewesen, welches der Mann um den Hals getragen haben soll.

Ob das Motiv der Gewalttat in Berlin Neukölln christenfeindlich war, muss dringend geklärt werden! Ich sage es ganz deutlich: Jeder muss in unserem Land mit einem Kreuz um den Hals auf die Straße gehen können und niemand sollte dabei Angst haben müssen! Auch der Wechsel vom muslimischen zum christlichen Glauben ist hierzulande erlaubt; ein Menschenrecht, das wir schützen. Wer das nicht kapiert, muss hart bestraft werden.

Allerdings beobachten wir schon seit Monaten, dass sich viele iranische und afghanische Flüchtlinge christlich taufen lassen. Das ist ihr gutes Recht. Das Problem ist nur, dass genau diese Konvertierungen unter den Geflüchteten zu Spannungen führen - unter anderem auch, weil muslimische Flüchtlinge fürchten, dass die neu getauften Christen eher Asyl bekämen. Für mich ist dabei klar: Welchen Glauben jemand hat oder annimmt, ist eine höchstpersönliche Entscheidung, die ein Außenstehender nicht kontrollieren kann. Umgekehrt gilt aber auch: Das Verfahren zur Gewährung von Asyl oder zur Anerkennung als Flüchtling ist ein staatliches Verfahren, das nicht in der Hand der Kirchen liegt. Wir müssen hier insgesamt dringend bessere Aufklärungsarbeit leisten. Ich sehe die Verantwortung da auch bei den Kirchen, die die Menschen taufen.