Der EU-Sonderbeauftragte für Religionsfreiheit, Jan Figel, hat erstmals einen Journalistenpreis für das wichtige Thema "Religionsfreiheit außerhalb der EU" ins Leben gerufen. Bewerben können sich Journalisten noch bis zum 10. März mit Fernseh-, Radio oder Textbeiträgen. Wir Mitglieder des Stephanuskreises unterstützen diese Preisausschreibung aus vollem Herzen! Wir brauchen mehr Medien, die diesem Thema einen Platz in ihrer Berichterstattung einräumen und wir brauchen mehr Berichte, die den religiös Unterdrückten überall auf der Welt eine Stimme geben.

Der Sonderpreis in der Kategorie "Religionsfreiheit außerhalb der EU" wird erstmals im Rahmen des "Lorenzo Natali Media Prize 2017" der Europäischen Kommission verliehen. Unter dem Hashtag #TellMyStory, ehrt der Lorenzo Natali Medien Preis journalistische Arbeiten, die sich mit Entwicklungspolitischen Themen auseinandersetzen und denjenigen eine Stimme geben, die sonst nie gehört werden. Sämtliche Informationen zur Bewerbung gibt es hier.

Den Stephanuskreis treiben immer wieder Fragen um wie: Geraten Christen in aller Welt vermehrt unter Druck, wenn es um die freie Religionsausübung geht? Wie sieht es mit Angriffen auf oder Mobbing von Christen in deutschen Flüchtlingsunterkünften aus? Und warum versuchen so viele Staaten, die Religionsfreiheit einzuschränken?

 

Die Antworten auf solche Fragen kann nur geben, wer die Fakten kennt. Hier ein guter Überblick der Konrad-Adenauer-Stiftung zum Thema mit dem Titel: "Christen unter Druck? - Das Menschenrecht auf Religionsfreiheit ist nicht verhandelbar".

Nach zahlreichen Medienberichten über Gewalt zwischen Muslimen und Christen in deutschen Flüchtlingsunterkünften haben wir uns am 1. Dezember im Stephanuskreis mit dem Vorsitzenden des Zentralverbandes der orientalischen Christen, Mike Malke, und zwei Vertretern vom Malteser Hilfsdienst getroffen. Gemeinsam haben wir die Frage diskutiert, ob es sinnvoll wäre, Flüchtlinge in den Unterkünften nach ihrer Religion getrennt voneinander unterzubringen. "Wir erleben nicht, dass Christen die Möglichkeit haben, unbeschwert ihre Religion zu leben", sagte Malke. Auch Andreas Konen, Leiter des Migrationsbüros Mecklenburg Vorpommern der Malteser Werke, räumte ein, Religion nehme im Leben der aus ihrer Heimat Geflüchteten einen hohen Stellenwert ein. Dies müssten auch weltliche Träger von Flüchtlingsunterkünften stärker berücksichtigen. Eine getrennte Unterbringung der Menschen nach ihrer Religion hält Konen für wenig sinnvoll. Man müsse schon dort in den Erstaufnahmelagern ein Klima schaffen, wie es auch "auf offener Straße" gewünscht sei, ein Klima der religiösen Toleranz.

Hier finden Sie Bilder der Stephanuskreis-Sitzung.

Patriarch Béchara Pierre Kardinal Raï, das Oberhaupt der maronitischen Christen im Libanon war heute zu Besuch im Reichstagsgebäude. In einem vertraulichen Gespräch, unter anderem mit dem Vizepräsideten des Deutschen Bundestages, Johannes Singhammer, machte der Patriarch deutlich, wie schwierig die Situation in seinem Heimatland derzeit ist. Der Libanon beherbegt momentan rund zwei Millionen Flüchtlinge aus Syrien und dem Irak. Dabei hat das kleine Land gerade einmal selbst nur rund vier Millionen Einwohner. Den Einsatz Deutschlands zur Wiederherstellung eines funktionierenden Staatssystems in ‪Syrien begrüßte der Patriarch. Auch er hält es schließlich für notwendig, dass die Flüchtlinge wieder zurück in ihre Heimat können.   

Weitere Bilder

 

Gerade einmal die Hälfte aller Unterzeichnenden ist auf diesem Bild zu sehen. Aber in einer Berliner Sitzungswoche ist ein Fototermin, an dem jeder Zeit hat eben schwer zu finden. Viel wichtiger sind außerdem die 60 Unterschriften unter unserem gemeinsamen Aufruf - ein offener Brief, iniziiert von Abgeordneten des Europäischen Parlamentes, in dem wir auf die hohe Bedeutung der Religionsfreiheit als Menschenrecht hinweisen und zum aktiven Handeln gegen die weltweite Verfolgung religiöser Minderheiten auffordern. So muss das Recht auf Religionsfreiheit auch in zwischenstaatlichen Verträgen, Verhandlungen und selbst inoffiziellen Begegnungen angesprochen werden. Die freie Religionsausübung ist kein zweitrangiges, im Notfall verzichtbares Recht. Im Gegenteil, dieses zentrale Menschenrecht hat das Potenzial für Frieden zu sorgen.

Der Vorsitzende der CDU/CSU Bundestagsfraktion, Volker Kauder MdB, stellt sich inhaltlich ebenfalls voll hinter den Aufruf der Europaabgeordneten. Ich bin Teil einer zwölfköpfigen Delegation um den Vorsitzenden, die Mitte September am Treffen des „International Panel of Parliamentarians for Freedom of Religion and Belief“ (IPPFoRB) in New York teilnimmt. Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion veranstaltet diese Konferenz gemeinsam mit dem IPPFoRB, dessen Mitglied Hirte ist. Gemeinsam mit Vertretern der Vereinten Nationen, Diplomaten und Abgeordneten aus aller Welt wird dort über internationale Lösungsmöglichkeiten im Kampf gegen die wachsende Unterdrückung eines der zentralsten Menschenrechte gesprochen: Über die Religionsfreiheit.

Lesen Sie dazu auch mein heutiges Interview mit dem Domradio.

Auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Kai Whittaker hat Heribert Hirte als Vorsitzender des Stephanuskreises erneut über die aktuell dramatische Situation verfolgter Christen gesprochen. Unter der Moderation von Ursula Lazarus, der 1. Vorsitzenden des Freundeskreis Kloster Lichtenthal und ehemalige CDU-Landtagsabgeordneten aus Baden-Baden, sprach Heribert Hirte neben Thomas Müller von Open Doors und Simon Jacob vom Zentralrat Orientalischer Christen in Deutschland. In seiner Rede sagte der Bundestagsabgeordnete: „Überall, wo die Glaubensfreiheit eingeschränkt ist, fehlt meistens auch das Recht auf freie Meinungsäußerung und Versammlung sowie die rechtliche Gleichstellung der Geschlechter. Für Religionsfreiheit zu kämpfen heißt also, sich generell für die Entwicklung eines Landes einzusetzen. Und wer für verfolgte Christen eintritt, muss dies auch für andere Glaubensgemeinschaften, wenn diese unterdrückt und verfolgt werden, wie beispielsweise auch Muslime.“