Wie kürzlich bekannt geworden, hat es einen gewaltsamen Übergriff in Berlin Neukölln auf einen Mann gegeben. Wie es heißt, sei der Auslöser ein Kreuz gewesen, welches der Mann um den Hals getragen haben soll.

Ob das Motiv der Gewalttat in Berlin Neukölln christenfeindlich war, muss dringend geklärt werden! Ich sage es ganz deutlich: Jeder muss in unserem Land mit einem Kreuz um den Hals auf die Straße gehen können und niemand sollte dabei Angst haben müssen! Auch der Wechsel vom muslimischen zum christlichen Glauben ist hierzulande erlaubt; ein Menschenrecht, das wir schützen. Wer das nicht kapiert, muss hart bestraft werden.

Allerdings beobachten wir schon seit Monaten, dass sich viele iranische und afghanische Flüchtlinge christlich taufen lassen. Das ist ihr gutes Recht. Das Problem ist nur, dass genau diese Konvertierungen unter den Geflüchteten zu Spannungen führen - unter anderem auch, weil muslimische Flüchtlinge fürchten, dass die neu getauften Christen eher Asyl bekämen. Für mich ist dabei klar: Welchen Glauben jemand hat oder annimmt, ist eine höchstpersönliche Entscheidung, die ein Außenstehender nicht kontrollieren kann. Umgekehrt gilt aber auch: Das Verfahren zur Gewährung von Asyl oder zur Anerkennung als Flüchtling ist ein staatliches Verfahren, das nicht in der Hand der Kirchen liegt. Wir müssen hier insgesamt dringend bessere Aufklärungsarbeit leisten. Ich sehe die Verantwortung da auch bei den Kirchen, die die Menschen taufen.

Die Anschläge auf Kopten sind feige Taten gegen die Menschlichkeit! Das haben der Kirchen- und religionspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Franz Josef Jung, und ich in unserer aktuellen Pressemitteilung deutlich gemacht. Diese fürchterlichen Anschlägen in der heiligen Woche vor Ostern zeigen einmal mehr, wie sehr das Recht auf Religionsfreiheit weltweit bedroht ist. Wir stehen fest an der Seite unserer Glaubensbrüder und -schwestern, die in diesen Tagen nicht ohne Angst in eine Kirche gehen können und sich nicht trauen, ihre Freude über die Auferstehung Jesu Christi auf offener Straße zu zeigen.

Im Namen des gesamten Stephanuskreises der CDU/CSU-Bundestagsfraktion verurteile ich den tödlichen Anschlag auf koptische Christen in Ägypten auf das Schärfste. Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer und selbstverständlich auch bei allen, die dieser Anschlag noch tiefer in Angst und Schrecken versetzt hat. In Deutschland warten einige Kopten bisher vergeblich auf Asyl. Dieser Anschlag zeigt mir, dass deren Anträge noch einmal genauer geprüft werden müssten. Bisher habe ich von vielen Seiten die Information, dass sich die Lage für religiöse Minderheiten in Ägypten in den vergangenen Jahren durchaus entspannt hatte. Aber mich erreichen zuletzt auch anders lautende Meldungen, die wir im Stephanuskreis genauer prüfen. Von wahrer Religionsfreiheit kann für die Christen vor Ort unter diesen Voraussetzung wirklich keine Rede sein!

"Ich fürchte, dass Ihre Maßnahme nicht den von Ihnen erhofften Erfolg bringt – nicht das Christentum, sondern Gewalt und Terrorismus werden dadurch gestärkt. Deshalb darf ich Sie dringend bitten: Revidieren Sie diese Entscheidung, im Sinne der Religionsfreiheit und im Sinne des friedlichen Zusammenlebens der Völker.“ Diese Worte habe ich in einem Brief an den US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump gerichtet. Der von ihm verhängte Einreisestop für Staatsangehörige aus bestimmten, mehrheitlich muslimischen, Ländern und die geplante explizite Bevorteilung von christlichen Flüchtlingen widersprechen meiner Ansicht nach dem Recht auf Religionsfreiheit.

Lesen Sie einen Auszug aus meinem Brief in dieser Pressemitteilung

Mit einer Kundgebung in Nürnberg wollen christliche Gemeinden und Verbände an diesem Samstag, den 14. Januar 2017, auf die Verfolgung von Christen weltweit aufmerksam machen. Die Situation für viele Christen auf der ganzen Welt hat sich in den vergangenen Jahren leider nicht zum Besseren entwickelt. Ohne die Unterstützung aus der Bevölkerung hätte das Wort von uns Politikern auf internationalem Parkett weniger Gewicht. Die breite öffentliche Empörung ist die wirkungsvollste Waffe im Kampf für die Menschenrechte. Wer allerdings meint, ein Freiheitsrecht ließe sich durch Zwang etablieren, der irrt - es ist immer auch ein Lernprozess, der auf Dialog angewiesen ist. Deshalb wünsche ich mir von den Christen, die in vielen Ländern dieser Welt für die Religionsfreiheit kämpfen: Geht mit dem nötigen Fingerspitzengefühl vor. Lasst die Menschen verstehen, dass die freie Wahl der Religion und Weltanschauung keine Gefahr darstellt, sondern ein Gewinn für alle ist. Und macht deutlich, dass Ihr als Christen mit dem Eintreten für Eure Rechte nicht nur für Euch selbst kämpft, sondern für alle religiösen Minderheiten in Eurer Gesellschaft.

Lesen Sie hier meine Pressemitteilung dazu.

Das christliche Hilfswerk evangelikaler Prägung, Open Doors, hat an diesem Mittwoch ihren jährlichen Bericht über die Christenverfolgung in aller Welt abgegeben. Ihrer Darstellung nach hat die Bedrohung durch Islamisten besonders im Mittleren Osten und in Afrika zugenommen. Das ist nicht hinzunehmen. Religionsfreiheit muss auch in muslimisch geprägten Ländern für alle gewährleistet sein. Dennoch warne ich davor, den Islam in Gänze für die Zunahme von islamistischen Terrortaten verantwortlich zu machen. Und auch in nicht-muslimischen Ländern gibt der Weltverfolgungsindex Anlass zur Sorge. Lesen Sie hierzu mein Pressestatement als Vorsitzender des Stephanuskreises.

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